
Wasserkraft – auch im kleinen Maßstab wertvoll
Wasserkraft im Schwarzwald
Schon vor über 100 Jahren entstanden im südlichen Schwarzwald die ersten Kraftwerke, die elektrischen Strom für die ortsansässigen Textil- und Papiergewerbe produzierten. Energiedienst betreibt heute acht Kleinkraftwerke an Murg, Wiese und Gutach. An allen Standorten zusammen werden jährlich rund 13 Millionen Kilowattstunden Strom produziert.
Energiedienst hat in den letzten Jahren rund eine Million Euro in die Kleinwasserkraftwerke investiert, um einerseits das vorhandene Potenzial besser zu nutzen und den Ertrag zu erhöhen und um andererseits der Natur besser gerecht zu werden. Es wurden beispielsweise die Durchgängigkeit der Flüsse für Fische und andere Wasserlebewesen verbessert, die Restwassermengen erhöht und die Ausleitungsstrecken strukturell aufgewertet. Die auf- und abwärtsgerichtete Wanderung von Fischen wird unterstützt, indem Schwellen beseitigt, Fischtreppen optimiert und Fischabstiegseinrichtungen gebaut werden. Das Ergebnis: ein Gewinn sowohl für die wirtschaftliche Nutzung der Wasserkraft als auch für die Gewässerökologie.
Hier stellen wir beispielhaft vier der acht Kleinkraftwerke vor:
Fahrnau
Das Kleinkraftwerk Fahrnau ist seit 2002 am Netz. Bei seinem Bau wurden
bereits wesentliche ökologische Belange berücksichtigt. So wird das am
Wehr gestaute Wasser unmittelbar entnommen und dem Fluss nur wenige
Meter unterhalb wieder zugeführt. Dadurch wird eine längere wasserarme
Strecke vermieden. Das naturnahe Umgehungsgewässer sowie die Beseitigung
von früheren Wehrschwellen im Unterwasser machen die Wiese an dieser
Stelle wieder für die dort lebende Fauna durchgängig.
Mambach
Das Kraftwerk Mambach ist das älteste Kraftwerk im Wiesental. Es nahm
1899 die Stromproduktion auf - die Maschinen von damals sind noch im
Einsatz und liefern jährlich über sechs Millionen Kilowattstunden. Das
Stauwehr des Kraftwerks passieren Fische heute dank eines naturnahen
Umgehungsgerinnes. Mit der Sanierung der Anlage stieg die
Restwassermenge in der fast vier Kilometer langen Ausleitungsstrecke von
20 auf 360 Liter pro Sekunde.
Hottingen
Das Kraftwerk Hottingen an der Murg erzeugt seit 1908 zuverlässig Strom
aus Wasserkraft. Ursprünglich war der Strom für eine Weberei bestimmt.
Seit 1992 ist das Werk in Besitz von Energiedienst; es liefert jährlich
rund 1,5 Millionen Kilowattstunden Strom. Auch hier verbesserte
Energiedienst vor wenigen Jahren die Durchgängigkeit des Flusses: eine
raue Sohlrampe ersetzt den bisherigen festen Wehrkörper und dient
gleichzeitig als Fischpass. Durch den Fischpass werden 150 Liter Wasser
pro Sekunde abgegeben statt wie früher 15 Liter pro Sekunde.
Hausen - neues Kraftwerk an der Wiese
2009 wurde die Wasserkraftwerk Hausen GbR gegründet, an der
Energiedienst mit 50 Prozent beteiligt ist. Rund 3,5 Millionen Euro
werden in den Bau eines neuen Kleinkraftwerks bei Hausen investiert, das
ab 2011 jährlich 1,9 Millionen Kiliwattstunden Strom ohne
Kohlendioxid-Emissionen produzieren wird. Das an der Wiese bislang
einmalige Anlagenkonzept entspricht den heutigen ökologischen und
ökonomischen Anforderungen: Dank einer doppelten Wasserkraftschnecke
können Fische ungefährdet absteigen und ökologisch wichtiges Schwemmgut
sowie Geschiebe das Kraftwerk passieren. Mit dem neuen Umgehungsgewässer
wird die Wiese an dieser Stelle für Fische und andere Wasserlebewesen
pasierbar.