KWKG 2017 – Alle Änderungen im Überblick

Mit der KWKG-Novellierung zum 1. Januar 2017 wurden Neuregelungen zu Letztverbrauchergruppen getroffen.

Kostenwirkung für Letztverbraucher

Grundsätzlich gibt es nur noch zwei Kategorien von Letztverbrauchern: Nichtprivilegierte und privilegierte Letztverbraucher. Anspruch auf Begrenzung haben nur noch privilegierte Unternehmen entsprechend der Regelung der besonderen Ausgleichsregel des EEG § 64. Alle anderen Unternehmen bezahlen den vollen Satz. Bis 2019 besteht allerdings noch eine Übergangsregelung für die Kunden, welche in 2016 den Letztverbrauchergruppen B oder C angehörten. Für diese Unternehmen werden die verminderten Umlagen für die Mengen über 1.000.000 kWh/a sukzessive angepasst. Angedacht ist eine vergleichbare Regelung künftig auch für die Offshore-Umlage.

Was bedeutet dies für BesAR Unternehmen gemäß EEG § 64?

Um die Begrenzung der KWK-Umlage ab 1.000.000 kWh/a in Anspruch nehmen zu können, gelten die gleichen Verfahrensregeln wie bei der EEG Umlage. Das bedeutet: Der Antrag ist bei der BAFA bis 30.06. eines Jahres zu stellen. Im Folgenden sind die Prognosemeldung der Strommengen, die Testierung und Jahresmeldung bis zum 31.05. des Folgejahres an den Übertragungsnetzbetreiber zu übermitteln.

Gerne übernehmen wir für Sie die Pflichten der Prognosemeldung, Jahresmeldung und Testierung im Rahmen unseres Dienstleistungsangebots, sprechen Sie uns hierzu einfach an.

Unternehmen die im Jahr 2016 der Letztverbrauchergruppe C angehörten, müssen nachträglich 0,056 ct/kWh statt 0,03 ct/kWh entrichten, wenn die Privilegierung der letzten drei Jahre (2014-2016) insgesamt mehr als 160.00 EUR betrug.

Mal von anderer Seite beleuchtet:
Zu den Änderungen im KWKG auch ab 2019, lesen Sie hier.

NEMOG - Netzentgeltmodernisierungsgesetz

Des Weiteren wurde am 30. Juni 2017 durch den Bundestag das Gesetz zur Modernisierung der Netzentgeltstruktur beschlossen (NEMOG).

Es gibt zwei wesentliche Inhalte:

Erstens werden die vom Übertragungsnetzbetreiber erhobenen Netzentgelte ab dem 1. Januar 2019 stufenweise vereinheitlicht. Ziel ist es, dass bis 2023 die Netzentgelte der Übertragungsnetzbetreiber bundesweit gleich hoch sind. Zu den Netzentgelten zählen unter anderem Regelenergie, Einspeisemanagement oder Netzausbaukosten.

Zweitens sollen die vermiedenen Netznutzungskosten der Erzeugungsanlagen sukzessive abgeschafft werden. Ab 2018 werden diese für volatile Neu-Anlagen (Sonnen- und Windkraft) abgeschafft. Gleiches gilt für Bestandsanlagen sowie steuerbaren Erzeugungsanlagen (z.B. KWK) ab 2023.

Ansprechpartner

Rüdiger Huber

Ruediger.Huber@energiedienst.de

07623 92 3557