Photovoltaik im Mittelstand

Geschäftsführer Christoph Hermann von PTL Hermann GmbH erklärt uns im Interview, warum die Photovoltaikanlage für sein Unternehmen eine gute Investition war und wie er den Solarstrom einsetzt.

 

Die 1982 gegründete PTL Hermann GmbH in Rheinfelden entwickelt und produziert bei hoher Fertigungstiefe Grenzschalter für die Automatisierungsindustrie. Anwendung finden die Geräte überall dort, wo Schüttgüter wie z.B. Getreide, Zement, Pellets jeglicher Art in Silos gelagert werden. Sie alarmieren, wenn das Silo voll oder leer ist. Die Geräte basieren auf eigenen Patenten und werden weltweit vertrieben.

Seit Juni 2019 bezieht die PTL Hermann GmbH Solarstrom aus einer Photovoltaikanlage auf dem Dach der Produktion. Die Nennleistung der Anlage - 48 Module auf einer Fläche von 77m2 - beträgt 14,88 kW Peak. Der Jahresertrag wird auf 15‘250 kWh geschätzt. Die Kosten für die Anlage betrugen ca. 24‘000 € Brutto.

Geschäftsführer Christoph Hermann erklärt uns im Interview, warum die Photovoltaikanlage für sein Unternehmen eine gute Investition war und wie er den Solarstrom einsetzt.

 

Interview mit Geschäftsführer Christoph Hermann

 

Herr Hermann, wie zufrieden sind Sie mit Ihrer PV-Anlage?

Sehr zufrieden, die Anlage ist seit Ende Juni 2019 am Netz und hat durch das gute Wetter im letzten Sommer sehr gut produziert. Im zweiten Halbjahr 2019 hat die Anlage 45,5% unseres betrieblichen Stromverbrauchs abgedeckt, wobei im August wegen der Ferienzeit weniger produziert wird und damit die Eigenverbrauchsquote im zweiten Halbjahr schlechter ist als über das Jahr gesehen. Über das ganze Jahr rechne ich mit einer Eigenverbrauchsquote von 60 – 70 %. Grob überschlagen ist die Anlage damit nach ca. 11 Jahren amortisiert. EEG-Umlage und Versicherung sind bereits berücksichtigt. Ein voraussichtlich notwendiger Austausch des Wechselrichters nach 10 Jahren würde die Amortisationsdauer geringfügig erhöhen.

 

Wofür setzen Sie den Strom ein?

Wir produzieren ausschließlich tagsüber, haben also keinen Schichtbetrieb. Somit wird der von der PV-Anlage erzeugte Strom direkt verbraucht. Der Verbrauch ist allerdings stark abhängig von den aktiven Maschinen und ändert sich stündlich und täglich. An manchen Tagen wird beispielsweise viel geschweißt und so viel Strom verbraucht. An anderen Tagen liegen die Produktionsschwerpunkte in weniger energieintensiven Bereichen. Eine Steuerung der Produktion dahingehend, energieintensive Tätigkeiten möglichst an sonnenintensiven Tagen durchzuführen, ist natürlich nicht möglich. Jedoch achten wir an diesen Tagen darauf, unser Elektrofahrzeug zu tanken.

 

Weshalb haben Sie sich für eine PV-Anlage entschieden?

Die Idee habe ich schon länger gehabt, und es ist auch klar, dass jeder seinen Teil zur Energiewende und zur Reduzierung des CO2-Austoßes beitragen muss. PTL bezieht bereits seit vielen Jahren bewusst Strom aus reiner Wasserkraft. Durch die PV-Anlage wird nun nach außen hin sichtbar, das PTL diese Aspekte berücksichtigt. Ein grünes Image ist positiv bei Kunden, Mitarbeitern, Nachbarn und der Kommune. Weiter war mir bewusst, dass ich mit einem produzierenden Gewerbe einen Großteil des PV-Stroms selbst nutzen kann.

 

Warum haben Sie sich für das Angebot von ED entschieden?

Obwohl es preislich nicht das beste Angebot war, habe ich mich trotzdem für die Auftragsvergabe an Energiedienst entschieden. Das Angebot lag am schnellsten vor, die Beratung, sowohl von kaufmännischer als auch von technischer Seite, war überzeugend. Bei anderen Marktbegleitern musste ich teils monatelang auf die Angebote warten. Was die Befestigung der Anlage auf dem Blechdach angeht, hatte ich in Energiedienst das größte Vertrauen. Andere Anbieter hatten wohl hauptsächlich Erfahrung mit Ziegeldächern, während Energiedienst auf ein ausgereiftes Montagesystem seines Tochterunternehmens TRITEC zurückgreifen konnte, das speziell für Blechdächer konzipiert ist.

 

Auf Ihrem Dach ist noch Platz. Können Sie sich vorstellen, die PV-Anlage zu vergrößern?

Die PV-Anlage so gebaut, dass sie problemlos erweitert werden könnte, sobald der Strombedarf zunimmt. Dadurch, dass wir ein produzierendes Gewerbe sind, haben wir durch die Maschinen und deren Abwärme im Sommer schon mal 30° Celsius. Daher will ich nicht ausschliessen, dass wir in Zukunft aktiv kühlen müssen, was natürlich den Strombedarf erhöhen würde.

Bereits seit April letzten Jahres haben wir ein Hybridfahrzeug als Firmenwagen, ein reines Elektrofahrzeug soll im nächsten Jahr dazukommen. Dann werden wir wahrscheinlich auch eine Wallbox installieren.

 

Haben Sie Tipps für andere KMU?

Wenn Sie ein geeignetes Dach haben und über freie Finanzmittel verfügen, ist eine Photovoltaik beim aktuellen Zinsniveau eine sehr gute Investition, man könnte sagen, ihr Geld ist auf dem Dach mit am besten aufgehoben. Im Hinblick auf die Corona-Krise und ihre Auswirkungen sollte man aber natürlich die Liquidität des eigenen Betriebes stark im Blick behalten.

Photovoltaik-Dachanlage

PTL Hermann GmbH in Rheinfelden


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