Kommunale Wärmeplanung: Von der Planung zum Wärmenetz
Die kommunale Wärmeplanung schafft die Grundlage für eine zukunftsfähige Wärmeversorgung. Dabei werden Wärmebedarfe betrachtet, lokale Energiequellen identifiziert und geeignete Versorgungslösungen bewertet. Eine Möglichkeit sind Nahwärmenetze, die mehrere Gebäude über ein lokales Netz mit zentral erzeugter Wärme versorgen. Dafür können beispielsweise Abwärme, Biomasse, Solarthermie oder Geothermie genutzt werden.
Ob ein Nahwärmenetz für ein Gebiet infrage kommt, hängt unter anderem von der Wärmebedarfsdichte, der Gebäudestruktur und den verfügbaren oder erschließbaren Wärmequellen ab. Entscheidend ist, diese Potenziale frühzeitig mit Blick auf die spätere Umsetzung zu betrachten und aus der kommunalen Wärmeplanung konkrete Projekte zu entwickeln.
Nahwärme als Baustein der kommunalen Wärmeplanung
Das spricht für Nahwärme:
- Lokale Wärmequellen nutzen: Vorhandene oder erschließbare Potenziale wie Abwärme, Biomasse oder Solarthermie können für die Wärmeversorgung vor Ort genutzt werden.
- Klimafreundliche Wärmeversorgung entwickeln: Unterschiedliche Wärmequellen lassen sich über ein gemeinsames Nahwärmenetz für mehrere Gebäude nutzbar machen.
- Regionale Wertschöpfung stärken: Die Nutzung lokaler Ressourcen kann dazu beitragen, Wertschöpfung in der Region zu halten.
- Langfristige Lösungen schaffen: Wärmenetze sind technologieoffen und können mit unterschiedlichen Wärmeerzeugern betrieben und weiterentwickelt werden.
Gute Voraussetzungen für ein Nahwärmenetz sind:
- Hohe Wärmebedarfsdichte: Ein hoher Wärmebedarf auf vergleichsweise engem Raum, etwa in Ortskernen oder Quartieren.
- Geeignete Gebäudestruktur: Gebiete mit vielen Gebäuden und entsprechendem Wärmebedarf können sich besonders für eine gemeinsame Versorgung eignen.
- Lokale oder erschließbare Wärmequellen: Beispielsweise Abwärme oder andere Wärmequellen, die in räumlicher Nähe verfügbar sind oder erschlossen werden können.
Von der kommunalen Wärmeplanung zum Wärmenetz
Analyse des Gebäudebestands
z. B. Energieverbrauch, Heizsysteme
Erstellung von Wärmebedarfsdichtekarten
ggf. durch externe Fachstellen
Prüfung lokaler Energiequellen
z. B. Abwärme, Biomasse, Solarthermie
Frühzeitige Einbindung potenzieller Betreiber und Umsetzungspartner
z. B. Energieversorger, Stadtwerke, Energieagenturen, Planungsbüros
Stimmen unserer Partner
Förderung für kommunale Wärmenetze
- BAFA: Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) bis zu 40 % Zuschuss zu Investitionskosten
- KfW-Programme: z. B. für kommunale Infrastruktur, Wärmeplanung
- Landesprogramme: individuelle Förderungen in Bundesländern
Erfahrungen aus unseren Partnerkommunen
Kommunale Wärmewende in der Praxis: Nahwärme in Wyhlen
Wie aus lokalen Potenzialen eine konkrete Wärmeversorgung entstehen kann, zeigt das Nahwärmenetz in Wyhlen. Dort werden unter anderem Abwärme aus dem Wasserkraftwerk und regionale Biomasse für eine lokale Wärmeversorgung kombiniert. Perspektivisch soll das Wärmenetz rund 770 Wohneinheiten versorgen. Das Beispiel zeigt, wie unterschiedliche lokale Wärmequellen für eine gemeinsame Versorgung erschlossen und in ein konkretes Wärmenetzprojekt überführt werden können.
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Häufige Fragen zur kommunalen Wärmeplanung und zu Wärmenetzen
Was ist kommunale Wärmeplanung?
Die kommunale Wärmeplanung betrachtet, wie die Wärmeversorgung einer Kommune langfristig entwickelt werden kann. Dazu werden unter anderem der Gebäudebestand und Wärmebedarf analysiert, Wärmebedarfsdichten betrachtet und lokale Energiequellen geprüft. Auf dieser Grundlage können mögliche Versorgungsoptionen und Wärmenetzgebiete identifiziert werden.
Welche Rolle spielen Wärmenetze in der kommunalen Wärmeplanung?
Wärmenetze sind eine mögliche Versorgungsoption innerhalb der kommunalen Wärmeplanung. Sie kommen insbesondere dort infrage, wo eine ausreichend hohe Wärmebedarfsdichte besteht und geeignete lokale oder erschließbare Wärmequellen zur Verfügung stehen.
Wie kann eine Kommune ein Nahwärmenetz planen?
Am Anfang stehen die Analyse des Gebäudebestands und der Wärmebedarfe sowie die Prüfung lokaler Wärmequellen. Anschließend können mögliche Wärmenetzgebiete konkretisiert und technische sowie wirtschaftliche Rahmenbedingungen betrachtet werden. Potenzielle Betreiber und Umsetzungspartner sollten dabei möglichst früh eingebunden werden.
Was beinhaltet eine Machbarkeitsstudie für ein Wärmenetz?
Was ist die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW)?
Die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) ist eines der Förderprogramme, das für Wärmenetzprojekte relevant sein kann.
Wie unterstützt naturenergie Kommunen bei der Wärmeplanung?
naturenergie begleitet Kommunen dabei, Wärmenetzpotenziale zu bewerten und aus der kommunalen Wärmeplanung konkrete Projekte zu entwickeln. Die Unterstützung kann von Beratung und Projektentwicklung über Planung und Realisierung bis zum Betrieb und zur Wärmeversorgung reichen. Auch Kommunikation und Beteiligung können als Bestandteil eines Wärmenetzprojekts mitgedacht werden.
Bis wann müssen Kommunen eine Wärmeplanung erstellen?
Für Städte und Gemeinden gilt der 30. Juni 2028 als spätester Termin für die Erstellung einer kommunalen Wärmeplanung.