Zukunft der Wärmeversorgung in Rheinfelden

Ein ungenutztes Nebenprodukt wird zu Energie: Abwärme wird aus Produktionsprozessen der Industrie zum Wärmespender in einem benachbarten Wohngebiet. Davon profitieren die Stadt, die Unternehmen und das Klima.

Industrieabwärme heizt Wohnungen in Rheinfelden

Im Sinne der Energiewende setzen wir auf ganzheitlich-nachhaltige Energielösungen. Dabei spielt das Thema Abwärmenutzung eine wachsende Rolle. Das „Abwärme-Projekt Evonik Rheinfelden“ ist dafür ein Vorzeigeprojekt. Gemeinsam mit der Evonik Industries AG gehen wir mit diesem Projekt die Wärmewende in unserer Region aktiv an. Das Ergebnis ist ein Erfolg für die beiden Unternehmen, für die Stadt Rheinfelden, für die Bürgerinnen und Bürger und damit natürlich für den Klimaschutz insgesamt.

Evonik und Energiedienst präsentieren das Pilotprojekt

Energy Efficiency Award 2021

Unser Projekt für Abwärmeauskopplung hat überzeugt

In der Kategorie "Think big! Komplexe Energiewendeprojekte" wurden wir gemeinsam mit der Evonik Industries AG von der dena (Deutsche Energie-Agentur) für den Energy Efficiency Award ausgezeichnet. Ein Preis, der Unternehmen kürt, die innovative Wege in Richtung Klimaneutralität beschreiten. Wir sind stolz darauf, gemeinsam mit der Evonik Industries AG ein Projekt entwickelt zu haben, das eine regionale und klimaneutrale Wärmeversorgung und Stromerzeugung mittels industrieller Abwärme ermöglicht. Ein Projekt, das für die Senkung des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen steht. 

So funktioniert das Fernwärmekonzept

Die beim Kühlen von industriellen Prozessen entstehende Abwärme bleibt oft ungenutzt. Auch für Evonik ist die Abwärme einer Produktionsanlage in Rheinfelden nicht vollständig nutzbar: Bei der Produktion von Kieselsäure entsteht 95 Grad heißes Wasser. Bislang wurde nur ein Teil dieser Abwärme direkt am Produktionsstandort genutzt, der Rest der Abwärme wurde ungenutzt in den Rhein geleitet. Dieser Überschuss an Abwärme kann jetzt mithilfe des Fernwärmekonzepts verwendet werden, um 300 Wohnungen in der Stadt Rheinfelden zu heizen. Dazu wird rund 95 Grad heißes Wasser direkt aus den Produktionsstätten aus dem Kühlkreislauf entnommen. Diese Abwärme aus dem AEROSIL-Betrieb der Evonik wird über 900 Meter lange Rohrleitungen zu der Energiezentrale von Energiedienst geleitet. Im dortigen Pumpenhaus wird die Wärme in Nahwärmenetze in Rheinfelden verteilt. Mit der entstehenden Wärmeleistung von rund 5 Megawatt können bis zu 10.000 Haushalte und das nah gelegene Gewerbegebiet mit Wärme und Warmwasser versorgt werden.

 

 

Rund 10.000 Tonnen Kohlendioxid (CO2) lassen sich durch das Projekt jährlich einsparen. Das ist ein bedeutender Schritt in Rheinfelden für den Klimaschutz.

Daniel Schölderle, Vertriebsleiter Energiedienst

ORC-Technik: Strom aus überschüssiger Wärme

Im Sommer ist der Warmwasser- und Heizbedarf kleiner, daher wird viel weniger Wärme benötigt. Die überschüssige Wärme wird dann dank einer Kleinstdampfturbine in Strom ungewandelt. Dafür bedarf es einer ORC-Anlage. ORC steht für „Organic Rankine Cycle“. Dieser Begriff bezeichnet den Betrieb einer Dampfturbine mit einem anderen Energieträger als Wasserdampf. Das heiße Wasser des Nahwärmenetzes erhitzt über einen Plattenwärmetauscher den flüssigen Energieträger Pentaflourpropan. Die Hitze lässt die Flüssigkeit zu Gas werden. Der entstehende Dampf treibt eine Dampfturbine an, die über einen Generator Strom erzeugt. Danach entspannt sich das Pentaflourpropan, verflüssigt sich und fließt erneut in den Kreislauf. Bis zu 250 kW elektrische Leistung (brutto) kann die ORC-Maschine erzeugen. Der Strom soll vor allem für das nah gelegende Gewerbegebiet genutzt werden.

 

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